Am Samstag, den 14.06. war Olympic Taekwondo Lüdenscheid wieder sportlich unterwegs. Ein Großteil der Mannschaft war beim Freikampfturnier, dem internationalen Becketal Cup 2014 vertreten. Es waren über 500 Teilnehmer gemeldet. Das Event wurde auf 6 Kampfflächen und zum Teil mit den elektronischen Westen von Daedo abgehalten. Für einige unserer Wettkämpfer war dies ein guter Anlass für die kommenden Landesmeisterschaften zu üben, da hier auch mit den elektronischen Westen gekämpft wird.

Unser Verein selbst hatte insgesamt neun Wettkämpfer gemeldet:

1. Tina Neuhaus in der Klasse -57 kg
2. Anna Klenzendorf in der Klasse -62 kg
3. Damla Demir in der Klasse -49 kg
4. Konstantinos Mitakoglou in der Klasse -63 kg
5. Abdellatif Elmach in der Klasse -58 kg
6. Mario Faross in der Klasse +87 kg
7. Edwin Schäfer in der Klasse -53 kg
8. Maike Hüllmann in der Klasse -53 kg
9. Aylin Acil in der Klasse -39 kg

Als Coach waren Michael Meyer 4. Dan und als zusätzliche Verstärkung der ehemalige Deutsche Meister, Joaquin Escarmena Exposito 5.Dan, angereist. Joaquin Escarmena trainierte unter anderem einige der amtierenden spanischen Meister und wird sich in den zukünftigen Trainingseinheiten des Vereins integrieren und somit das Kampftraining für den Nachwuchs verstärken.

Nach einer langen Coach Besprechung fingen die Wettkämpfe verspätet gegen 11 Uhr an, sodass die Kampfdauer auf 3 Runden mit je 1:30 Minuten verkürzt wurde.

Den ersten und gleichzeitig auch Finalkampf bestritt unsere jüngste Sportlerin Aylin Acil. Bereits hier kündigte sich die Formschwäche der Kampfrichter an. Erst nach Halbzeit des Kampfes bemerkte man, dass die elektronischen Funk-Transmitter in den Schutzwesten vertauscht waren, obwohl zu Beginn des Kampfes die Funktion der Druckempfindlichkeit getestet worden war. Hier hätten die Kampfrichter schon den Fehler zu Beginn erkennen können.
Durch diese ganze Verwirrung wurde der Kampfbetrieb gestört und Aylin verlor ihren Rhythmus und den Kampf. Sie belegte den 2. Platz.

Darauf folgte der Halbfinalkampf in der Schwergewichtsklasse über 87 Kg von Mario Faross. Er war an diesem Tag der älteste Teilnehmer des gesamten Starterfeldes. Getreu nach dem Motto “Dabei sein ist Alles” stellte er sich dieser Herausforderung. Der Kampf verlief sehr ausgeglichen. Faross landete beim Gegner einen Kopftreffer und zog mit einem Punktestand von 6:3 ins Finale ein. Auch hier konnte Faross mit seiner Erfahrung die häufigen Angriffe zu seinem Kopf abwehren und seinen Gegner aus dem Konzept bringen. Er unterlag dennoch nur knapp mit 5:6 und sicherte sich den 2. Platz.

Eine außerordentliche Leistung lieferte Edwin Schäfer ab. Er musste insgesamt drei Kämpfe bestreiten während seine Kontrahenten nur zweimal antreten durften. Das Viertelfinale konnte er mit einem Punktestand von 15:1 vorzeitig beenden. Das Halbfinale gewann Edwin auch deutlich mit 12:3 und dominierte seinen Gegner. Im Finale konnte er nicht mehr an die Leistung anknüpfen und sicherte sich mit einem Endstand von 4:6 den 2. Platz. Dieses Ergebnis motiviert für die kommende Landeseinzelmeisterschaft die am 28. Juni in Wuppertal stattfinden wird.

Für Konstantinos Mitakoglou war dieses Turnier als Vorbereitung für die Landesmeisterschaft angedacht. Er sollte nochmal ein wenig seine Angriffstechniken auf der Weste üben. Sein erster Kampf war gleich das Halbfinale das er mit 6:0 gewann; sein Gegner hat vorzeitig aufgegeben. So traf er im Finale auf Michael Kraus der bereits einen Kampf mehr geschultert hatte. Dieser Final-Kampf verlief im Prinzip sehr sauber seitens der Kontrahenten, geriet dann aber ab der Halbzeit völlig aus den Fugen. Der Kampfleiter zerstörte unnötig den Kampffluss mit Minus-Punkten und Fehlentscheidungen. Ein klarer Kopf-Treffer für Michael Kraus wurde nicht gegeben. Danach ist wieder ein Angriff zum Kopf erfolgt und der Kampfleiter rief die Punkt-Richter zu sich obwohl er dies nicht mehr machen durfte. Dann gab der Kampfleiter 3 Punkte an Michael Kraus und kurz darauf wieder ohne Grund einen Minuspunkt an Michael Kraus. Obwohl Kosta mit 9:8 in Führung lag, nervte ihn das Gerede und schmiss selber ein Handtuch auf die Kampffläche. Auch hier gilt die Regel dass nur der Coach das Handtuch werfen darf, und der Kampfleiter ist erneut durch etwaiges Unwissen darauf reingefallen und brach den Kampf irregulär ab. Kosta hatte genug geübt und gratulierte seinem Gegner Michael Kraus, der nicht unverdient den ersten Platz durch seine gute Leistung erhielt.
Somit ging Konstantinos mit dem 2. Platz nach Hause.

Für Damla Demir war es das erste Turnier mit einer elektronischen Weste und betrat damit Neuland. Hinzu kam, dass sie in der Schule einige Prüfungen machen musste und ein Trainingsdefizit aufwies. Dies konnte man auch in ihrem Kampf beobachten. In ihrem Halbfinale hatte sie nach der Hälfte des Kampfes Konditionsprobleme. Sie kassierte einige Kopftreffer und verlor mit 14:7. Dritter Platz für Damla.

Tina Neuhaus verlor unglücklich ihren ersten Auftaktkampf im Halbfinale der Damen bis 57 Kg. Sie kämpfte gegen Larissa Niggemann, eine gute Bekannte vom RSC Essen Sportverein. Der Kampf verlief sehr ausgeglichen wobei Tina aber immer die Führung behaupten konnte. Zehn Sekunden vor Schluss wurde für Larissa ein Kopftreffer gewertet, der keiner war, so dass der Endstand drei Sekunden vor Schluss 8:9 betrug. Hier wurde der Kampf eher durch die Punktrichter und des Geschicks von Larissa’s Coach Frank H. Lee entschieden. Diesen Punkt konnte Tina innerhalb dieser Zeit nicht mehr aufholen und erreichte Platz 3. Für Tina war es aber wichtig diesen Kampf absolviert zu haben, denn sie nimmt am 28. Juni an der Deutschen Hochschulmeisterschaft teil und konzentriert sich jetzt auf die Vorbereitung.

Ebenso wird Anna Klenzendorf an diesen Hochschulmeisterschaften teilnehmen. Sie startete in der Klasse -62 Kg und zog direkt ins Finale ein. Anna dominierte diesen Kampf direkt von Anfang an und konnte einige Kopftreffer platzieren. Sie beendete den Kampf mit 10:1 und sicherte sich als Einzige die Gold Medaille aus unserem Team.

Maike Hüllmann und Abelllatif Elmach belegten Beide den dritten Rang.

Unser Medaillenspiegel:
4x Bronze | 4x Silber | 1x Gold

So ordentlich es bei unseren Wettkämpfern lief, so schlecht lief es bei unserer Abgesandten beim Formenturnier.
Emilie Schäfer belegte Platz 6 von insgesamt 9 Startern. Sie konnte leider ihre Leistung bei diesem Turnier nicht abrufen und keine Platzierung holen. Evtl. war dies der Nervosität und dem Druck geschuldet, war dieses Turnier ihr Erstes auf internationalem Niveau. Die neuen Eindrücke die Sie dabei gewonnen hat nimmt sie aber mit und wird sich sicherlich für das nächste Turnier besser vorbereiten können.

Unser Fazit zu den Kampfrichtern:
Das Ergebnis der Platzierungen hätte etwas besser ausfallen können aber durch die schwankenden Leistungen der Kampfrichter von “absolut optimal” bis “total katastrophal” ist dies nicht möglich gewesen. Natürlich sind Kampfrichter auch nur Menschen und können Fehler machen aber man sollte dann auch so ehrlich sein und seine Fehler eingestehen. Die genaue Einhaltung der Wettkampfregeln soll beiden Kontrahenten gleichermassen dienen. Diese Einsicht blieb einigen Kampfrichtern verwehrt.

Unser Fazit zu den Ergebnissen:
Trotz der widrigen Umstände sind wir mit der Ausbeute sehr zufrieden. Jeder unserer Teilnehmer konnte eine Platzierung erreichen und eine Medaille mit nach Hause nehmen.

Unser Fazit zum Turnier und der Turnierleitung/Turnierorganisation:
Bajrush Saliu und Birgit Krone haben hier zusammen mit der NWTU ein absolut hochwertiges Turnier auf die Beine gestellt. Der Ablauf verlief reibungslos und sehr übersichtlich. Auch die anderen Mitarbeiter des Becketaler Taekwondo Vereins haben die anderen Vereine hervorragend betreut. Dies gilt auch für die Damen hinter der Theke beim Catering und auch die Einweiser beim Empfang.