Am 15.02. war es wieder soweit. Die Deutsche Senioren und Kadetten Vollkontakt Meisterschaft im Taekwondo wurde dieses Jahr nicht wie gewohnt in Ingolstadt, sondern in Gummersbach, in der neu erbauten Schwalbe Arena ausgetragen. Hinzu kam, dass über das ganze Wochenende auch das internationale Turnier „German Open Poomsae 2014“ in der Halle parallel abgehalten wurde.

Besucher und Zuschauer konnten so die Vielfalt des Taekwondo-Sports unter die Lupe nehmen. Die Begeisterung konnten die Sportler dem Jubel der Tribünen entnehmen.

Auch wir durften dort natürlich nicht fehlen und so hatten wir ein intensives, dreiwöchiges Training für unsere Leistungsträger angesetzt. Zu diesem Zweck wurden wir an unserem LSP auch von anderen Vereinen frequentiert und unterstützt wie z.B. dem Taekwondo Verein Becketal von Grossmeister Bajrush Saliu, TuS Bövinghausen 04 e.V. von Karl Schwarz oder auch vom Taekwondo Verein Kumgang aus Wismar.

Das Training über die Wochen hat wieder gezeigt, dass durch die gute Zusammenarbeit und das gemeinsame Training auch der Zusammenhalt zwischen den Vereinen wächst und man gemeinsam stärkere und positive Trainingserfolge erzielen kann.

Unser Verein selbst hatte insgesamt sieben Wettkämpfer gemeldet:

1. Tina Neuhaus in der Klasse -57 kg
2. Anna Klenzendorf in der Klasse -62 kg
3. Madita Kleppe in der Klasse +73 kg
4. Konstantinos Mitakoglou in der Klasse -63 kg
5. Christoph Schlanzke in der Klasse -78 kg
6. Mario Faross in der Klasse +87 kg
7. Michael Meyer in der Klasse +87 kg

Michael Meyer (46 Jahre), der sonst als Coach fungiert und Mario Faross (38 Jahre) wollten sich nochmal mit den jungen Sportlern messen, getreu nach dem Motto „Dabei sein ist Alles und wir können nur an Erfahrung gewinnen!“.

Am Freitag, dem 14. Februar, wurde die Vorregistration und die Waage durchgeführt. Hier lief alles problemlos ab und jeder Sportler hatte sein Gewicht. Viele der Anwesenden dachten, Herr Michael Meyer hätte sich bei der Anmeldung vertan und anstelle seines Sohns Florian Meyer fälschlicher Weise sich selbst angemeldet. Aber dem war nicht so. Man konnte die Verwunderung den Gesichtern ablesen und so wurden die Blicke immer verdutzter, die Kinnladen vielen runter und letztendlich hat man Michael Meyer, mit seiner Entscheidung an diesem Turnier teil zu nehmen, viel Respekt entgegnet. Christoph Schlanzke, der in der Klasse -87kg gemeldet war konnte verletzungsbedingt nicht an dem Turnier teilnehmen. Er hatte sich in der Woche zuvor beim Training den Fuß verletzt. Von hier aus wünschen wir „GUTE GENESUNG!“

Da Michael Meyer ein großes Vertrauen als Coach entgegen gebracht wird, durfte er auch als Coach für Sportler aus anderen Vereinen fungieren. Er übernahm gerne dieses Amt für Stefan Ulicnik vom Verein Kumgang und Saskia Krone vom Verein Becketal. Wir haben natürlich all unseren Trainingspartnern wie Vadim Renje die Daumen gedrückt, auch wenn Michael hier nicht als Coach beteiligt war. Der Erfolg unserer Freunde und Kollegen ist auch immer ein Erfolg für uns.

Am Samstag, dem 15. Februar, ging dann die Reise nach Gummersbach um 7:30 Uhr los. Nach einer Stunde fahrt trafen wir dann um 8:30 bei der Schwalbe Arena ein. Hier traf man wieder auf bekannte Gesichter und bei dieser Veranstaltung, mit internationalem Charakter, fand sich ein wahres „Who is Who“ des Taekwondos zusammen. So wurde unter anderem auch der Olympia Gewinner Servet Tazegül gesichtet. Nach Sichtung der Poollisten stand die Reihenfolge fest und das Turnier im Vollkontakt begann gegen 9:30 Uhr.

Als erster Starter unseres Teams musste Konstantinos Mitakoglou kämpfen. Er bestritt das Achtelfinale gegen Firras El Ammar von Taekwondo Elite Berlin e.V. Kosta lies sich von Florian Meyer coachen. Der Kampf war bis zum Ende der dritten Runde ausgeglichen. Zum Ende der ersten Runde stand es 1:0 für Firras. In der Zweiten schenkten sich beide nichts und so stand es nach guten Treffern auf der E-Weste 2:2. Auch in der dritten Runde stand es kurz vor Schluss 4:4. Doch eine Sekunde vor Schluss kassierte Konstantinos einen Kopftreffer und es war unmöglich diesen Punktestand noch auszugleichen. Mit 7:4 Endstand war das Turnier für ihn vorzeitig zu Ende.

Als nächster Kämpfer ging Stefan Ulicnik in das Viertelfinale. Sein Gegner war der Veteran und zweitälteste Markus Hens vom PSV Wuppertal 1921 e.V.. Dieser Kampf erwies sich als sehr schwierig und die Leidensfähigkeit von Stefan wurde auf die Probe gestellt. Markus Hens bekam Kyongos und Gam-Jeoms für unsaubere Attacken. Bei einem Punktestand von 11:10 für Stefan wurde Herr Hens aufgrund von 4 Minuspunkten disqualifiziert. Stefan zog ins Halbfinale ein.

Danach war Michael Meyer dran. Als der älteste Starter im Feld hatte er eine schwere Aufgabe vor sich. Während Favoriten wie Alberto Celestrin und den jüngeren Teilnehmern nur drei Kämpfe zugelost wurden , so hätte Michael laut Poolliste 4 Kämpfe bestreiten müssen um in dieser Gewichtsklasse als Sieger von der Matte zu gehen. Dennoch freute sich Michael auf diese Aufgabe.

Seinen ersten Kampf bestritt er gegen Daniel Wamboldt von dem Taekwondo Zentrum Karlsruhe e.V.. Die Zuschauer ließen nicht lange auf sich warten denn jetzt wollte man sehen, was die alte Generation noch zu bieten hat. Mit seinem Sohn, Florian Meyer, als Coach an seiner Seite ist eine weitere, erfahrene Komponente hinzugekommen. Der Kampf lief sehr ruhig und ausgeglichen ab so dass ca. 3 Sekunden vor Ablauf der letzten Runde es 1:1 stand. Mit Ruhe und Übersicht konnte Michael in der letzten Sekunde einen sauberen Kopftreffer setzen und gewann diesen Kampf mit 4:1. Die Situation war natürlich wieder filmreif und belustigte die Zuschauer, denn Michael hatte bereits im Dezember 2013 beim Park Pokal mit so einer knappen Aktion gewonnen.

Es folgte direkt im Anschluss das Viertelfinale Mario Faross gegen Marek Langer, ebenfalls von dem Taekwondo Zentrum Karlsruhe e.V.. Mario wurde von Konstantinos gecoached und konnte sehr gute Tips geben, die Mario auch umsetzen konnte. Komischerweise konnte Mario keinen einzigen Punkt auf der E-Weste erzielen, obwohl er wie ein Berserker drauf gekloppt hatte. Hier war evtl. der Sender nicht mehr richtig aufgeladen oder angeschlossen. Auch Marek Langer erzielte die 3 Punkte nur mit der Faust. Mit jeweils 2 Kyongos auf beiden Seiten stand es am Ende 4:1 für Langer. Mario Faross schied aus dem Wettbewerb aus und konnte leider keine Platzierung holen. Trotzdem konnte sich Mario, der wohl der Drittälteste in dem Feld war gut behaupten. Dies schuldete er sicher dem guten und konditionellen Training das er absolviert hatte.

Nun lag die Hoffnung auf Tina Neuhaus. Mit ihrem Trainingspensum waren wir guter Dinge, dass sie hier eine Platzierung erreichen konnte. Das Achtelfinale bestritt sie gegen Nina Biseric vom TKD Center Stuttgart e.V.. Tina griff immer wieder beherzt an, kam aber irgendwie nicht richtig in den Kampf rein. Ihre Angriffe hatten keinen Erfolg. Auch Angriffe zum Kopf scheiterten nur knapp aufgrund von zu langen Distanzen. Ihre Gegnerin konnte die Punkte auf der Weste holen. Am Ende stand es 4:0 für Biseric und Tina verlor enttäuschend. Hier wäre mehr drin gewesen.

Parallel zu Tinas Kampf startete das Viertelfinale von Michael Meyer gegen den jungen NWTU Sportler Emre Aksu von Kobra Bielefeld. Durch viele Lehrgänge und Kämpfe kannte man sich bereits im Vorfeld und Michael beschloss, bei Führung des Kampfes diesen abzubrechen um die wertvollen DTU Ranglistenpunkte nicht zu verschwenden, denn Michael hegte ja nicht die Ambition, noch einmal in das Bundes-Kader berufen zu werden, obwohl dies vielleicht ein munteres Vergnügen gewesen wäre. So war es dann auch als Michael mit 1:0 in Führung liegend, diesen Kampf abbrach. Dies war wohl die richtige Entscheidung, denn durch den Fauststoss, der ihn in Führung gebracht hatte, lies er eine alte Verletzung am Handgelenk aufleben. Somit konnte Emre Aksu in das Halbfinale einziehen. Wir haben Emre fürs Weiterkommen die Daumen gedrückt.

Anna Klenzendorf bestritt ihr Viertelfinale gegen Katja-Doreen Keinath vom TKD Verein Creti Tübingen e.V.. Annas Gegnerin war gut in Form und konnte bereits in der ersten Runde 3 Kopf Treffer erzielen. Zum Ende der ersten Runde stand es bereits 10:1 für Doreen Keinath. Auch in der zweiten Runde konnte Annas Gegnerin gekonnt ihre Angriffe zum Kopf durchsetzen. Anna konnte auch noch einen Kopftreffer erzielen, reichte aber letztendlich nicht aus um den Rückstand wett zu machen. Der Kampf endete vorzeitig zu Beginn der 3. Runde mit einem Punktestand von 20:5. Anna konnte leider keine Platzierung holen.

Madita Kleppe konnte leider nicht an den Start gehen. Sie hatte sich bei der Aufwärmphase verletzt und blieb somit auch ohne Platzierung.

Stefan Ulicnik begegnete dann Lukas Winkler vom AC Ückerath im Halbfinale. Die erste Runde war sehr ausgeglichen und so stand es zum Ende der 1. Runde 1:1. Zu Beginn der zweiten Runde konnte Stefan mit einem Kopftreffer zum 4:1 in Führung gehen, doch Lukas holte sich die 3 Punkte ebenfalls mit einem Kopftreffer im Anschluss zurück. Mit einem Punktestand von 4:4 ging es dann in die 3. Runde. Hier konnte Stefan nochmal einen Kopftreffer setzen, der aber von den Kampfrichtern und der Kamera nicht erfasst wurde. Stefan erhielt einen zweiten Kyongo und Lukas Winkler bekam einen Pluspunkt – 4:5. Stefan musste20 Sekunden vor Schluss alles riskieren und durch Vernachlässigung der Deckung leider nochmal einen Kopf Treffer einstecken. So war der Endstand 4:8. Mit einer guten Leistung konnte sich Stefan trotzdem die Bronze Medaille und Platz 3 sichern.

Michael Meyer wurde zum Schluss nochmal als Coach für Saskia Krone vom Becketaler Turnverein 1907 e.V. aktiv. Saskia Krone ist in die offene Klasse +73 kg gerutscht und hatte gleich zu Beginn ein schweres Los, nämlich die Favoritin und Militärweltmeisterin Katharina Weiss vom TKD Özer. Saskia war sich bewusst, dass sie hier im Achtelfinale mehr Leistung von sich abrufen musste um zu bestehen. Sie hatte durch Schule und Prüfungen seit November einen Trainingsrückstand und konnte in kurzer Zeit nur noch Muskelaufbau betreiben. Im Kampf konnte sie sich gut in der ersten Runde zur Wehr setzen und mithalten. Katharina erzielte zwei Treffer und erhöhte den Druck auf Saskia. Saskia ist während dem Kampf klar geworden, dass Niveau nicht über die Runden mitgehen zu können und hat den Kampf vorzeitig beendet. Bis dahin hatte sie trotzdem eine gute Leistung gebracht.

Für Olympia Taekwondo Lüdenscheid viel die Ausbeute demnach nicht so rosig aus, konnten doch für den Verein keine Platzierungen erreicht werden. Trotzdem freut es uns dabei gewesen zu sein, unsere Trainingspartner und Freunde unterstützt und neue Eindrücke mit nach Hause genommen zu haben.

Wir gratulieren Stefan Ulicnik zu seiner Bronze Medaille und bedanken uns bei Florian Meyer und Jörg Simbrey für die tolle Unterstützung.